Wenn der Wurm drin ist…

Auf Reisen gibt es manchmal ein Thema, welches ganz schön eklig sein kann: Krankheiten! Ich blieb bis auf diverse Male Magen-Darm-Probleme und ein, zwei kleine Erkältungen zum Glück verschont vor allzu heftigem Zeug. Nur eine Sache hat sich in mich eingeschlichen, die ich so schnell nicht losgeworden bin: Ein Wurm, besser gesagt eine Wurm-Larve. Mit dem schönen Namen „Hautmaulwurf“.
Irgendwo in Mexiko muss ich am Strand barfuss in mit Sand bedeckte Tierkot-Reste gelaufen oder gestanden sein. Die Larve merkt, dass da irgendwas leckeres über ihr ist und beisst sich sagenhaft schnell in die Fusssohle.

Zuerst merkt man nix. Irgendwann fängt dann der Fuß an zu jucken. Erst nur ein bisschen. Ganz praktisch ist das, wenn man gerade sowieso in New York ist und am Tag gefühlte 100 Kilometer auf den Füßen verbringt. Zuerst denke ich, ich hätte mir irgendwo einen Fußpilz eingefangen und schmiere und sprühe mir allerlei Zeug auf den Fuß. Hilft alles nichts. Und irgendwann entdecke ich, daß da eine Art „Gang“ in der Haut ist, der sich jeden Tag ein wenig vergrößert. Was tun? Erstmal nichts. Solange der Fuß im Schuh ist, ist das Jucken zu ertragen. Abends im Bett hilft schnelles Einschlafen.

Zurück in Deutschland mache ich mich erstmal auf den Weg zum Arzt. Mittlerweile ist der „Wurmtunnel“ schon einige Zentimeter lang. Mein Allgemeinarzt, der auch Tropenmediziner ist vermutet erstmal, dass ich die Krätze habe. Na danke! Mit Google und ekligen Bildern finde ich allerdings recht schnell raus, dass es nicht die Krätze sein kann. Also zurück zum Arzt mit der inzwischen selbstergoogelten Diagnose „Hautmaulwurf“. Fantastischerweise schreibt er mir diesmal ein anderes Medikament gegen Krätze auf. Das würde auch bei Würmern funktionieren und diese killen.

Eine Woche später: Nix. Der Wurm frisst sich immer noch schön durch meine Haut. Ich bekomme ein weiteres Mittel gegen Hakenwürmer. Dieses Mittel wird normalerweise von Tierärzten verschrieben. Aber: Nix. Mein mexikanischer Amigo ist äusserst resistent. Zum Glück habe ich inzwischen rausgefunden, daß die Dinger dem Menschen nicht schaden. Sie können sich nur in Katzen oder Hunden fortpflanzen und sterben im Menschen nach ca. 2 Jahren ab. Yeah, zwei Jahre Wurm im Fuss!

Da ich darauf keine Lust habe mache ich mich auf den Weg ins tropenmedizinische Institut der Charité. Der Arzt dort schaut sich meinen Fuß an. Ich merke schon, wie sein Gesicht einen freudigen Ausdruck annimmt. Er schaut mich an und meint: „Das ist der größte Hautmaulwurf, den ich je gesehen habe. Darf ich den fotografieren?“. Nachdem ich abgeklärt habe, daß ich nicht mein Gesicht daneben halten und grinsen muss, stimme ich zu. Er erzählt mir, dass er eine Patientin habe, die schon seit zwei Jahren so ein Ding in sich rumträgt und nichts, keine Pillen, keine Salben dagegen geholfen haben. Ich kriege immer bessere Laune. Zum Abschluss bekomme ich drei Pillen „Eskazole“ im Döschen. Jeden Abend eine. Wie spannend  die Tage darauf waren könnt Ihr Euch sicher vorstellen: Stirbt das Ding oder muss ich mich an ein Leben mit Wurm gewöhnen? Jeden Abend markiere ich den momentanen Tunnel-Baufortschritt an meiner Fusssohle und hoffe, dass keine weiteren Millimeter am Morgen dazu gekommen sind.

Und tatsächlich: Am dritten Tag bewegt sich nichts mehr. Fast schon sentimental freue ich mich doch ein wenig und hoffe auf die Prognose des Arztes, dass der Wurm in meinem Körper einfach resorbiert wird und sich nichts entzündet. So ist es dann auch. Nach 3 Wochen ist alles verheilt und die Larvenleiche von meinem Körper beseitigt.
Mein ultimativer Tipp für mexikanische Strände: Flipflops!

8 Dinge, auf die ich beim Reisen unmöglich verzichten kann

Egal, wo ich auf Reisen bin: Es gibt da ein paar Dinge, auf die ich ganz sicher nicht verzichten will. Die sind für mich einfach essentiell. Klar, den Reisepass sollte man immer dabei haben. Ohne Klamotten kanns auch irgendwann muffelig werden. Und wer verreist schon ohne Zahnbürste? Abgesehen von diesen alltäglichen Dingen kann ich nicht ohne Folgendes:

Kamera

Die Kamera MUSS mit. In Neuseeland war sie mein ständiger Beifahrer und hatte den Platz neben mir reserviert. Und das hat mich Zeit gekostet. Wegen dauernder Fotostops habe ich es kaum geschafft, die Südinsel innerhalb von zwei Wochen zu umrunden. Aber: Der Lohn sind Erinnerungen, die im Kopf schon lange durch Berliner Grau und Regen wieder ausgeblichen wären.

Mehrfachsteckdose

Neben dem Weltstecker unverzichtbar, um Kameraakku, Laptop, Iphone, Kindle und Ipad (ja, ich übertreibs gern) gleichzeitig aufzuladen. Wenn Du nur eine Nacht irgendwo verbringst und mehrere Akkus aufladen willst ist das Ding ein ungeheurer Zeitgewinn. Zumal es in Hotelzimmern oder Campingplatzküchen oft nur wenige Steckdosen gibt.

Taschenlampe

Ideal, um in der versifften Hütte in Thailand nach Kakerlaken zu jagen. Aber auch ziemlich nützlich, wenn mal wieder irgendwo Stromausfall ist und man nach draussen aufs Aussenklo muss. Ich bin erklärter Gegner von Stirnlampen. Mit einer Taschenlampe in der einen Hand und der Rolle Klopapier in der anderen umständlich die Klotüre aufzudrücken ist deutlich männlicher und abenteuerlicher als alles mit dem Scheinwerfer auf dem Kopf auszuleuchten und dabei wie ein Grubenarbeiter zu wirken.

Sonnencreme

Selbst mit einer gewissen Grundbräune auf dem Kopf habe ich mir bei bewölkten Wetter in Kuala Lumpur einen Sonnenbrand geholt. Seitdem gilt: Egal, wie teuer die Suppe irgendwo ist: Sie muss drauf! Nichts sieht bescheuerter aus und schmerzt ekliger als ein Stück krebsrote Haut. Sollte es dennoch mal passieren: In Asien steht oft irgendwo ein Aloe-Vera-Strauch am Weg. Einfach ein Blatt abschneiden und auspressen. Hilft tatsächlich!

Musik

Beim abendlichen Bier am Strand, beim Roadtrip durch die Wüste, im Flieger oder einfach zum Einschlafen: Musik muss dabei sein. Ich bin auch unterwegs absolut happy mit meinem Spotify-Abo. Wenn ich weiss, dass ich ein bestimmtes Album tagsüber hören will, lade ich mir das aufs Iphone und kann das dann auch ohne Wlan zum Beispiel im Flieger hören.

Bücher/Kindle/iPad

Auf Reisen gibts diese Momente, die sind einfach unfassbar langweilig: Warten auf den Bus/Flieger/Bahn. Am Strand rumliegen. Einen Abend allein in der Einöde verbringen. LEST! Und wer keine schweren Bücher rumschleppen will: Besorgt Euch einen Kindle. Oder ein Ipad. Und lest damit. Oder spielt. Vertreibt Euch die Zeit.

Smartphone

Vor meiner Weltreise habe ich mir ernsthaft überlegt, das Ding zuhause zu lassen. Was hätte ich mich geärgert. Allein, um mal eben mit Google Maps zu schauen, wo ich denn eigentlich gerade bin und wie ich aus dieser komischen Gegend wieder zu meinem Hotel komme. Oder um Musik zu hören. Oder, um Kontakt zu jemandem herzustellen. Oder, um nach Hotels/Campingplätzen zu suchen. Oder, um zu skypen. Oder, um mal eben ein Foto von meinem bemerkenswert hässlichen Essen zu machen. Oderoderoder….Nehmt das Ding mit! Selten habe ich so oft wirklich nützliche Dinge damit gemacht wie auf Reisen.

Kompressionssack

Auf Reisen begegnet man manchmal Zeitgenossen, die man ungern ins Gepäck lässt: Kakerlaken, Spinnen, Skorpionen, Würmern oder anderem Kriechgetier. Paranoiker Matze hat dafür immer einen Kompressionssack für die Klamotten im Rucksack. Das Ding ist luftdicht, im zusammengepressten Zustand sparen die Klamotten auch noch jede Menge Platz und: Es kommt nichts rein, was man nicht selbst da reinsteckt. Während mein Hütten-Nachbar auf Don Det in Laos fast jeden Morgen Skorpione in den Klamotten schlafen hatte, war bei mir eine tierische Ruhe.

Auf was könnt Ihr beim Reisen nicht verzichten?

In Neuseeland im Auto Schlafen

Wer den Blog verfolgt weiss ja schon, dass ich 2 Wochen lang in einem Kombi über die Südinsel Neuseelands gefahren und auch darin geschlafen habe. Nun ist es ja nicht so, dass das hier alle machen. Die meisten haben ein Wohnmobil mit allem Pipapo. Man wird also recht häufig schräg und ungläubig angesehen. Fragen, ob mir das nicht zu kalt sei, ob ich da drin überhaupt schlafen könne usw habe ich täglich gehört. „In Neuseeland im Auto Schlafen“ weiterlesen