Butterzarte Schweinerei aus dem Ofen

Woauchimmer man in Berlin auf einen Streetfood-Markt geht: Pulled Pork! Da ich diese verhipsterten und masslos überteuerten Märkte allerdings so gar nicht mag, koche ich mir das Zeug lieber selbst. Der einzige Nachteil daran: Es dauert! Muss man sonst ca. 15 Minuten anstehen, kann man sich beim selbst machen auf lockere 9-10 Stunden einstellen. Aber ich sags Euch: ES LOHNT SICH!

Das Vorspiel

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Kauf ein schönes Stück Schweinekamm/Schweinenacken vom Metzger Deines Vertrauens. Da darf auch ruhig noch Knochen dran sein. Ich hatte ca. 1,5 KG. Reicht für 4 Portionen locker.

Jetzt machst Du einen Rub: Aus Szechuan-Pfeffer, Piment, braunem Zucker, Salz, Fenchelsamen und allem anderen, was gerade rumsteht, mörserst Du Dir was Leckeres zusammen und reibst das Fleisch damit ein. Sparsam sein? Nein!

Danach steckst Du den Fleischklops in einen Gefrierbeutel oder noch besser in einen Vakuumbeutel und lässt den Rub und das Schwein zusammen gute 24h im Kühlschrank Spass haben.

Der Hauptakt

Das Schwein aus dem Beutel nehmen und auf einen Bräter legen. Ich hab so ein Ding von Ikea. Billig, gross und gut. Gemüsebrühe und Ananassaft in den Bräter schütten, Ofen auf 120 Grad, Bratenthermometer ins Fleisch und los gehts.

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Die ersten 2h kannst Du relaxen oder weiterschlafen. Danach ab und zu mal schauen, ob  noch Flüssigkeit im Bräter ist, gegebenenfalls welche nachfüllen und ab und an ein wenig davon über das immer dunkler werdende Schwein giessen.

Das Warten

Es dauert wirklich lang! Wundere Dich nicht, wenn auf der Temperaturanzeige des Thermometers gern auch mal eine Stunde nichts mehr passiert. Aus irgendwelchen Gründen bleibt die Temperatur manchmal einfach stehen!

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Aber dann: Irgendwann siehst Du die magische 90 auf dem Thermometer. Die Zeit ist gekommen! Raus damit! Und sofort wieder wegsperren, das Schwein! Es geht jetzt noch eine Stunde in Alufolie. Versuch, das Alupaket irgendwie ein bisschen warm zu halten. Im Bett oder Ofen….

Die Soße

Ich hatte leider kaum was da, hab also improvisiert. Den Bratensatz aus Ananassaft, Brühe und Fett behälst Du erstmal.

Tomatenmark mit fein gewürfelten Schalotten und Knoblauch kurz anbraten. Bratensatz dazu, mit Essig abschmecken, falls zu süss. Einkochen lassen.

Der Höhepunkt

Du befreist das Fleisch von der Alufolie und reisst Dir erstmal eine Faser ab. Dein erstes selbst gemachtes Stück Pulled Pork. Steck es Dir sofort in den Mund und genieß es! Dann nimmst Du mit Deinen zittrigen Händen zwei Gabeln in die zittrigen Hände und reisst damit das Stück fleisch in lauter kleine Fasern.

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Wie auch immer Du es magst: Misch es mit der Soße, tunke es in sie rein oder lass die Soße einfach ganz weg. Dazu eine Beilage oder – du errätst es – einfach das pure Pulled Pork.

Viel Spaß!

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