Story behind the Picture – Starbucks

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Wenn Du in Deutschland einen Kaffee holst, dann sagst Du Deinen Namen und wirst in den meisten Fällen auch gleich verstanden. In Asien ist der Name „Matze“ allerdings eher selten verständlich. Da war ich im besten Fall „Ma Tse“. In den USA war es mir dann mit „Martha“ definitiv zu blöd und ich habe mir einen Starbucks-Namen zugelegt. Kurz und prägnant sollte er sein: Jim. Und plötzlich ist die Verwirrung um den Kaffee beendet.

What happens in Sölden stays in Sölden

Nachdem ich in Obergurgl-Hochgurgl das erste Mal seit zwölf Jahren wieder auf den Skiern stand, gibt es heute schon wieder ein Erstes Mal: Après-Ski! Den Namen des heutigen Skigebietes kenne ich aus der nichtgesehenen Fremdschäm-Soap namens „We love Sölden“ und habe entsprechende Erwartungen. Ich bin sehr gespannt, wie ich auf Schnaps, Schlager und Skihasen reagiere.

Blick vom Tiefenbachgletscher
Blick vom Tiefenbachgletscher

 

Ja, man fährt in Sölden auch Ski

Da die große Sause allerdings erst après dem Skivergnügen losgeht, besteigen wir also nüchtern die Gondel. Ich habe derben Muskelkater von gestern und habe schon Probleme, in meinen Skistiefeln zu laufen. Das wird bestimmt super heute! Rein in die Puschen, rauf aufn sonnigen Berg und alles ist gut. Ich bin wieder drin. Hab mich mit dem Ski-Virus angesteckt. Hier im Ötztal, wo alles begann. Nach den ersten zwei Schwüngen sind die Schmerzen weg. Hier gibt es so tolle breite Schneeautobahnen, ich verstehe, was die Leute am Carving lieben. Wie Motorrad fahren im Stehen. Unser Guide führt uns durch das Skigebiet. Es ist riesig – 144 Kilometer Piste! Ich habe nach dem ersten Lift schon keinen Überblick mehr.

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Irgendwann stehen wir auf dem Tiefenbachgletscher und fahren tatsächlich durch einen Skitunnel. Ein Tunnel für Skifahrer. Abgefahren. Leider (ja, wirklich) ist schon wieder Mittag und wir müssen für Schnitzel im Wirtshaus am Giggijoch pausieren. Danach geht’s nochmal zwei Stunden über nie dieselbe Piste in Richtung Gaislachkogl. Wir wollen in das ziemlich niegelnagelneue Ice Q Restaurant auf 3058 Metern Höhe. Da gibts dann bei inzwischen einsetzendem Schneefall einen Apfelstrudel, den ich bitte gern für den Rest meines Lebens jeden Tag essen würde: Knusprig und doch weich. Heiss und doch nicht zu heiss. Die Vanillesoße vanillig, aber nicht aufdringlich. Zuckrig, aber…..satt und viel zu faul fahren wir mit der Gondel ins Tal. Après-Ski wartet.

Apfelstrudel Ice Q
DER Apfelstrudel!

Après-Ski – es geht los!

Kaum im Tal, schallt uns beste Schinkenstrassen-Musik entgegen. Meine Abscheu wandelt sich in Vorfreude. Ich bin sehr gespannt. Es beginnt sanft. In der Giggi-Tenne gibts brav an Tischen sitzend ein wohl verdientes Bierchen. Die Bum-Bum-Musik wird angenehm von an den Nebentischen laut gesungenen Schlagern übertönt.

Schnaps

Ich habe tatsächlich Spass und bin bereit für Extreme. Immer noch in Skistiefeln gehts weiter in die nächste Location. Und jetzt, liebe Freunde, muss ich leider aufhören, davon zu berichten, was mir ein bisschen Eigen- und ein bisschen mehr die Fremdschamröte ins Gesicht treibt. Nicht zuletzt gilt hier der verpflichtende Spruch: „What happens in Sölden stays in Sölden“. Nur soviel sei verraten: Es war spassig. Es war wild. Es war nichts, was ich jeden Tag haben müsste. Aber wenn man schonmal da ist, sollte man sich dieses Spektakel unbedingt geben (und ja, ich gebe zu, dass ich beim nächsten Mal wieder dabei bin!).

Nur eines würde ich nie wieder machen: Den ganzen Abend Skistiefel tragen!

Hinweis: Danke, Tirol Werbung, für die Einladung. Meine Meinung bleibt die unbeeinflusste meine.

Wie ich mich in Tirol mit meinem Körper verstritten habe

Gefühlte 100 Jahre und tatsächliche 12 Jahre stand ich nicht mehr auf den Skiern. Und jetzt sitze ich in der Gondel hoch ins Skigebiet mit dem schönen Namen Obergurgl-Hochgurgl. Mit in der Gondel sitzen die beiden Skilehrer, die unsere Gruppe heute über die Pisten begleiten sollen. Wie wohl meine Chancen stehen, nicht nur auf dem Hintern das Tal zu erreichen, frage ich. Als Antwort bekomme ich, ich solle mir keine Sorgen machen, heute sei schliesslich gutes Flugwetter. Wir fahren noch ein paar Minuten schweigend weiter, bis auch ich den Witz verstehe. Das Lachen bleibt mir trotzdem als dicker Klumpen im Hals stecken.

Hochgurgl
Hochgurgl

Bei strahlendem Sonnenschein und in Skiklamotten gefühlten sommerlichen Temperaturen geht es los. Die ersten Schwünge sind so, dass ich drüber nachdenke, mir lieber gleich absichtlich was zu brechen, um vom Helikopter abgeholt zu werden. Wenn der Kopf den Beinen verzweifelt befiehlt, mit den Skiern eine Kurve zu fahren, diese allerdings so geradeaus weiterfahren, kann das ganz schön frustrierend sein. Besonders, wenn man vor einem Dutzend Jahren eigentlich recht gut auf den Brettern unterwegs war. Man fühlt sich einfach nur bescheuert.

Hohe Mut Alm

Top Mountain Star
Zum Glück heisst es schon nach einer Stunde ab zum „Sightseeing“: Wir sind auf dem Top Mountain Star. 3080 Meter hoch und ein Blick, der einem die Skischuhe auszieht. Zusätzlich zur Aussichtsplattform gibt es hier auch eine Bar. Man könnte schön in der Sonne sitzen, andere hohe Berge anschauen, ein Bierchen trinken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Unser Skilehrer sieht das allerdings ganz anders. Aber je öfter er uns die Pisten runterschickt, umso besser läuft es bei mir. Inzwischen macht die ganze Sache sogar richtig Spass.
Ein paar Kaspressknödel auf der Hohe Mut Alm später traue ich mich das erste Mal, mit den Skiern zu Carven und lege mich natürlich gleich aufs Gesicht.

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Aquadom
Der geschundene Körper darf sich am Abend im Aquadom in Längenfeld erholen, während das Hirn nochmal versucht, das Verhältnis zu den Beinen zu verbessern. So der Plan. Aber keiner will mitmachen: Die Beine schmollen und das Hirn schaut sich die schneebedeckten Berge an, während der Körper im warmen Solebecken liegt. Ich selbst hab die Schnauze voll von den Dreien und geniesse einfach nur das schwerelose Gefühl im Wasser und freue mich schon auf den nächsten Skitag in Sölden.

Hinweis: Danke, Tirol Werbung, für die Einladung. Meine Meinung bleibt die unbeeinflusste meine.

Wenn der Wurm drin ist…

Auf Reisen gibt es manchmal ein Thema, welches ganz schön eklig sein kann: Krankheiten! Ich blieb bis auf diverse Male Magen-Darm-Probleme und ein, zwei kleine Erkältungen zum Glück verschont vor allzu heftigem Zeug. Nur eine Sache hat sich in mich eingeschlichen, die ich so schnell nicht losgeworden bin: Ein Wurm, besser gesagt eine Wurm-Larve. Mit dem schönen Namen „Hautmaulwurf“.
Irgendwo in Mexiko muss ich am Strand barfuss in mit Sand bedeckte Tierkot-Reste gelaufen oder gestanden sein. Die Larve merkt, dass da irgendwas leckeres über ihr ist und beisst sich sagenhaft schnell in die Fusssohle.

Zuerst merkt man nix. Irgendwann fängt dann der Fuß an zu jucken. Erst nur ein bisschen. Ganz praktisch ist das, wenn man gerade sowieso in New York ist und am Tag gefühlte 100 Kilometer auf den Füßen verbringt. Zuerst denke ich, ich hätte mir irgendwo einen Fußpilz eingefangen und schmiere und sprühe mir allerlei Zeug auf den Fuß. Hilft alles nichts. Und irgendwann entdecke ich, daß da eine Art „Gang“ in der Haut ist, der sich jeden Tag ein wenig vergrößert. Was tun? Erstmal nichts. Solange der Fuß im Schuh ist, ist das Jucken zu ertragen. Abends im Bett hilft schnelles Einschlafen.

Zurück in Deutschland mache ich mich erstmal auf den Weg zum Arzt. Mittlerweile ist der „Wurmtunnel“ schon einige Zentimeter lang. Mein Allgemeinarzt, der auch Tropenmediziner ist vermutet erstmal, dass ich die Krätze habe. Na danke! Mit Google und ekligen Bildern finde ich allerdings recht schnell raus, dass es nicht die Krätze sein kann. Also zurück zum Arzt mit der inzwischen selbstergoogelten Diagnose „Hautmaulwurf“. Fantastischerweise schreibt er mir diesmal ein anderes Medikament gegen Krätze auf. Das würde auch bei Würmern funktionieren und diese killen.

Eine Woche später: Nix. Der Wurm frisst sich immer noch schön durch meine Haut. Ich bekomme ein weiteres Mittel gegen Hakenwürmer. Dieses Mittel wird normalerweise von Tierärzten verschrieben. Aber: Nix. Mein mexikanischer Amigo ist äusserst resistent. Zum Glück habe ich inzwischen rausgefunden, daß die Dinger dem Menschen nicht schaden. Sie können sich nur in Katzen oder Hunden fortpflanzen und sterben im Menschen nach ca. 2 Jahren ab. Yeah, zwei Jahre Wurm im Fuss!

Da ich darauf keine Lust habe mache ich mich auf den Weg ins tropenmedizinische Institut der Charité. Der Arzt dort schaut sich meinen Fuß an. Ich merke schon, wie sein Gesicht einen freudigen Ausdruck annimmt. Er schaut mich an und meint: „Das ist der größte Hautmaulwurf, den ich je gesehen habe. Darf ich den fotografieren?“. Nachdem ich abgeklärt habe, daß ich nicht mein Gesicht daneben halten und grinsen muss, stimme ich zu. Er erzählt mir, dass er eine Patientin habe, die schon seit zwei Jahren so ein Ding in sich rumträgt und nichts, keine Pillen, keine Salben dagegen geholfen haben. Ich kriege immer bessere Laune. Zum Abschluss bekomme ich drei Pillen „Eskazole“ im Döschen. Jeden Abend eine. Wie spannend  die Tage darauf waren könnt Ihr Euch sicher vorstellen: Stirbt das Ding oder muss ich mich an ein Leben mit Wurm gewöhnen? Jeden Abend markiere ich den momentanen Tunnel-Baufortschritt an meiner Fusssohle und hoffe, dass keine weiteren Millimeter am Morgen dazu gekommen sind.

Und tatsächlich: Am dritten Tag bewegt sich nichts mehr. Fast schon sentimental freue ich mich doch ein wenig und hoffe auf die Prognose des Arztes, dass der Wurm in meinem Körper einfach resorbiert wird und sich nichts entzündet. So ist es dann auch. Nach 3 Wochen ist alles verheilt und die Larvenleiche von meinem Körper beseitigt.
Mein ultimativer Tipp für mexikanische Strände: Flipflops!