Abu Dhabi – das goldene Marzahn

Die erste Station auf meiner Reise war Abu Dhabi. Da Etihad da sowieso kurz anhaelt, dachte ich mir „mach doch da mal nen Tag Pause“. Um 7 Uhr morgens das erste mal bewusst arabischen Autoverkehr zu erleben macht sogar mit Jetlag Spass. An der Autobahn noch schön Palmen und Sand, ändert sich die Szenerie ganz schnell zu Beton und Glitzerscheiben. Dazu aber gleich mehr….

Angekommen in meinem Hotel „La Residence“ (gehört zum „Le Meridien“, ist sozusagen die hässliche kleine Schwester im Hinterhof), bekomme ich natürlich nicht gleich ein Zimmer. Ist ja auch erst 7:30 Uhr. Bis 12 soll ich warten. Ob ich denn hier irgendwas anschauen könne? So als Tourist? Die Rezeptionistin schaut mich verstört an und schüttelt den Kopf. Bis ihr einfällt, dass ich doch in die „Abu Dhabi Mall“ gehen könne. Das wäre echt toll da.

Gut, einen Kaffee brauche ich wirklich, vielleicht auch was zu Essen, das weiss mein verjetlaggter Körper aber gerade nicht so genau. Also los, Kaffee trinken. Schöne Mall, aber ich will hier keine vier Stunden rumsitzen. Also mache ich mich auf, mir mal diese „Corniche“ anzuschauen. Ich orientiere mich grob daran, wo die Hochhäuser aufhören und laufe in die Richtung.

Ganz Abu Dhabi ist eine einzige Baustelle. Ohne Übertreibung! Fusswege? Andere Fussgänger? Gibts kaum! Dafür jede Menge Autofahrer, denen man keinen Vorwurf machen kann, weil sie sicher einfach keine Fussgänger gewohnt sind und deswegen bis auf 2cm an einen ranfahren, obwohl man doch gerade sowas wie einen Zebrastreifen benutzt. Gut, ein langes lautes Hupen, böse Blicke aus verdunkelten Scheiben und ich trolle mich schnell in Richtung nächste Baustelle.

Irgendwann….ja irgendwann nach ca. 1,5h komme ich tatsächlich an der Corniche an. Es lohnt sich gar nicht, da lang drüber zu schreiben: Es ist halt eine Uferpromenade, ca. 50 Meter breit Wasser vor einem, am gegenüberliegenden Ufer was wohl? Richtig, eine Baustelle. Die Corniche interessiert ausser mir an diesem Morgen niemanden, so dass der aufziehende Sandsturm nur mir Sand in die Augen kippen kann.

Da ich meine Augen noch brauche, flüchte ich schon nach ca. 4 Minuten. Um die komplette Hässlichkeit dieser Stadt zu verinnerlichen. Gut, ich bin nur einen Tag hier, sehe wahrscheinlich ausgerechnet nur die Abgründe dieser Stadt. Ich bin mir sicher, eigentlich ist es hier wunderschön! Trotzdem! Ich komm nicht wieder. Mir ist das zuviel Hochhaus mit wehendem, gefärbtem, und mit Glitzer bestäubtem Haar. Ich laufe sicherlich 5h kreuz und quer durch die Stadt und sehe NUR extrem hässliche hohe Gebäude (siehe Bildergalerie oben). Menschen gibts kaum. Die Luft ist schlecht. Alles schmeckt nach Sand, alles riecht nach Benzin. Vor lauter Baulärm hört man das Dauer-Hupkonzert auf der Strasse kaum! Ich ziehe mich also in den Starbucks zurück und höre deutschen Expats beim diskutieren über Projektleitungsmethoden zu.

Abu Dhabi, mach bitte ohne mich einfach so weiter! Ich verlass Dich morgen in Richtung Bangkok. Und Du, Bangkok, machst gefälligst nen besseren Eindruck als das goldene Marzahn!

2 Antworten auf „Abu Dhabi – das goldene Marzahn“

  1. Hört sich ja nicht so gut an. Bin gespannt, wie der Weiterflug mit Etihad wird!? Wir fliegen im April von Berlin über Abu Dhabi nach Bangkok und werden (auch) durch Vietnam, Kambodscha, Südthailand, Malaysia und Indonesien reisen.

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