192 Meter über Bangkok

Mit diesem Beitrag muss ich mich dann leider langsam von Bangkok verabschieden. Ich habe die Stadt in den zwei kurzen Tagen sehr intensiv erlebt und will eigentlich gar nicht weg. Ich breche nochmal auf und fahre nach Chinatown. Dummerweise genau zur Mittagszeit. Dummerweise bei ca. 35 Grad. Und ja, dummerweise findet das mein Körper an ausgerechnet diesem Tag nicht so toll und macht schlapp.

Also zurück zum Bootsanleger, dann in den Skytrain und schliesslich ins Hotel, ein bisschen ausruhen, damit ich rechtzeitig und wieder fit zum absoluten Bangkok-Höhepunkt (wörtlich gemeint) aufbrechen kann.

Ich will heute abend nämlich in die Rooftop-Bar des Banyan Tree Hotels. Da darf man allerdings nur mit langen Hosen und geschlossenen Schuhen rein. Da ich meine „Winterklamotten“ nocht nicht weggeschmissen habe, ist das kein Problem und ich laufe los. Nach überraschenden 10 Min bin ich auch schon da, lasse mich von einem der unterwürfigsten Menschen auf der ganzen Welt (dass er nicht noch vor mir auf dem Boden kriecht und mich bittet, ihm doch die Ehre zuteil werden zu lassen, ihn als Segway zu benutzen, ist schon ein Wunder) zum Aufzug geleiten und fahre zackzack in die 61te Etage hoch. Dann noch ein paar Treppen, ein paar Türsteher, einmal durchs Rooftop-Restaurant Vertigo, noch eine Treppe und dann bin ich in der Moon Bar. Und da wird mir glatt schwindlig. So ein Ausblick! Und wo in Deutschland überall 2 Meter hohe Sicherheitszäune und Fangetze und Selbschussanlagen wären – hier gibt es nur eine Plexiglas-Balkonbrüstung. In der Mitte die Bar, drumrum kann man gemütlich sitzen und auf diese irre Stadt glotzen.

So langsam geht die Sonne unter und je weiter sie untergeht umso abgefahrener irrealer wird das Ganze. Jeder ist nur noch am Staunen, Fotografieren, Starren. Hier kann ich jeden verstehen, wenn er sich was aus Sonnenuntergängen macht!

Dazu gibts lecker Drinks und Nüsschen aufs Haus. Ich bleibe bis es dunkel ist. Und dann bleibe ich nochmal länger. Die Nacht sieht hier nicht viel weniger lebendig aus als der Tag. Immer noch Staus überall, Menschenmassen! Mit dem feinen Unterschied, dass man hier oben kein Hupen, kein Gepfeife, kein Geschrei hört.

Ein bisschen wehmütig verlasse ich die Bar und gehe ins Hotel, um meinen Rucksack zu packen. Am nächsten Tag gehts sehr früh nach Koh Phangan. Ich nehme mir allerdings vor, bald nochmal nach Bangkok zu kommen, um noch mehr von der Stadt zu sehen. Und dann wird erstmal richtig schön schlecht geschlafen…

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