Bali – Kuta, die Tourihölle

Ankommen, vom Taxifahrer abgezogen werden – daran hab ich mich inzwischen in Asien schon gewöhnt. Vor dem via Agoda gebuchten Hotel rumsitzen, um dann zu hören, sie seien überbucht, weil sie ihre Agoda-Buchungen nicht im Auge haben, ist auch nix Neues. Dann aber in ein besseres Hotel verfrachtet zu werden ist definitiv eine Überraschung. Ich freue mich also über ein tolles Badezimmer, ein sehr bequemes Bett und eine flüsterleise Klimaanlage. Jackpot!

Einziger Wermutstropfen ist die Baustelle direkt neben meinem Fenster, die mich jeden Morgen mit sanften Klopfen und Kreissägen aus dem Bett schrecken lässt. Aber was solls, morgens ist es noch einigermassen „kühl“ (29 Grad), so dass man nach draussen kann, ohne gleich einen feuchten Waschlappen am Körper zu tragen.

Mein erstes mal südlich des Äquators überrascht mich mit einer Sonne, die einem noch die Innereien bräunt, wenn man mittags am Strand liegt. Zum Glück habe ich noch einen Rest Sonnencreme mit Faktor 50+. Und den brauche ich hier! Einmal eine Stelle vergessen, rächt sich das mit fiesem Sonnenbrand.

Wie ist Kuta so?

  • 2x Mc Donald’s
  • 3x Burger King
  • Hard Rock Hotel
  • 2x Hard Rock Cafe
  • 2x Starbucks
  • Wendy’s
  • Shops aller westlichen Modemarken, die nur irgendwie mit Strand zu tun haben
  • tausende kleine Läden mit gefälschten westlichen Klamotten
  • tausende kleine Läden mit Tourischmonz

Dazu noch ein Dutzend Riesendiskotheken, hundert Bars mit schlimmer Musik, Massagesalons ohne Ende und ein Hotel neben dem anderen.

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…….

Der Strand ist ewig lang. Ziemlich dreckig, dadurch recht dunkel, so dass man sich die Füsse leicht verbrennt. Das Wasser ist ok. Habe allerdings schon sauberer gebadet. Mag aber auch an den Wellen liegen, die es hier gibt, worüber ich mich sehr freue. Hatte ich an den bisherigen Stränden eher selten. Der Wahnsinn sind allerdings die Sonnenuntergänge hier, die alles bisher Gesehene Vergessen machen. Die Kugel stürzt sich hier regelrecht ins Meer (Äquatornähe), man kann zusehen, wie sie Meter für Meter runterfällt und sich und den Himmel dabei knallrot verfärbt, bis sie dann aufs Meer knallt und in diesem verschwindet. Innerhalb von 5 Minuten ist alles vorbei. Dabei sind tausende von Menschen am Strand. Jeder sein Bintang in der Hand und bei Touchdown gibts Applaus.

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Surfin Indonesia…
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Unbeschreibbar…

Was mir daran besonders gefällt ist die Mischung der Menschen dabei. Da sind gläubige muslimische Indonesier, Hindus, Westler. Alle gemischt. Und alle sehen und empfinden dasselbe. Toll ist das! Gerade wenn man sich die nähere Vergangenheit von Kuta reinzieht, ist das eine gute Sache.

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Indonesier will ein Foto mit dem Bleichgesicht
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Indonesier bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: Posen!

Ausserdem gibt es verdammt viele Indonesier, die unbedingt ein Foto mit mir haben wollen. Sobald ich dann auch noch erzähle, dass ich aus Deutschland komme, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr: Ein Mensch aus dem Land des Michael Ballacks, des Oliver Kahn! Dabei haben sie nur mit einem Australier gerechnet. Sofort muss ich mit jedem Familienmitglied (und die Familien können gross sein, glaubt mir!) für ein Foto Pose stehen. Eigentlich würde mich das nerven, aber die Indonesier sind so nett und plappern was das Zeug hält, dass mir die freundlch gemeinte Aufdringlichkeit echt egal ist und ich mich gerne mit ihnen unterhalte. Und sei es nur über deutschen Fussball. Wovon ich weniger Ahnung habe als meine Gesprächspartner!

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Keine 2 Minuten später….

Trotzdem – ich freue mich auf das ländlichere Bali ohne Kettenfrass und Shoppingwahn.

Und wie seit neuestem immer – alle und mehr Bilder aus Kuta hier unten:

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