Fünf Sterne für Kuala Lumpur

Wer schon immer mal sehr heiss und sehr schwül wollte, der sollte unbedingt nach Kuala Lumpur fahren. Ich dachte ja bisher, Singapur sei nicht zu übertreffen, aber Kuala Lumpur toppt das locker. Und so komme ich gerade rechtzeitig in ein Gewitter mit stundenlangem Regen. Mit zwei Rucksäcken und null Orientierung. Direkt aus der Bahn. Und es ist dunkel. Natürlich laufe ich erstmal den falschen Weg, um mein Guesthouse zu finden. Naja, irgendwann schaffe ich also auch das und komme da vollkommen durchnässt an. Ich checke ein und sehe mein Zimmer: Ein Pappkarton! Kein Fenster. Keine Aircon. Ein sehr dreckiges Gemeinschaftsbad. Viele Kakerlaken. Die Matratze hätte ich am liebsten weggeschmissen und mir eine Lage Karton hingelegt, das wäre sicher bequemer gewesen.

Ich habe diese Scheissbetten satt! Ich verwöhnter Europäer brauche mal wieder ein ordentliches Bett nach den drei Monaten auf unbequemen miefigen und feuchten Matratzen. Nach zwei Nächten in meinem stickigen Schuhkarton tu ichs: Ich buche mir früh morgens 3 Nächte in einem 5-Sterne Hotel (The Royal Chulan), checke aus und fahre mit dem Taxi dick vor der neuen Behausung vor. Meine Klamotten sind seit 3 Wochen nicht mehr gewaschen, ich bin nicht rasiert, geduscht habe ich den Morgen in heller Vorfreude auf eine 5 Sterne Badewanne auch noch nicht. So will ich dem Portier meinen Rucksack ganz aus Reflex auch erstmal nicht geben, weil ich erstmal denke, der will da später sowieso nur Geld für…Bis der 5-Sterne-Gedanke in meinem Kopf angekommen ist und ich ihm das Ding gerne überlasse.

Einchecken, Zimmer anschauen und mich erstmal beschweren, dass ich gerne anstatt der eigenen Küche doch gerne eine Badewanne hätte. Zwei Minuten später kommt jemand und drückt mir eine Karte für ein Exclusive Superior Wasweissich-Zimmer in die Hand. Noch grösser! Noch toller! Und eine Badewanne! Herrlich! In die springe ich sofort. Danach ins Bett. Dann in den Pool. Dann in die riesige Dusche. Dann wieder ins Bett! So geht das eine Weile und wenn mich jemand beobachtet hätte wäre ich sicher schon in der Klapse.

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Ich wollte auch so ein Portrait mit Kopfschmuck, hatte aber leider keine Zeit.
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Hoher Wiedererkennungswert

3 Nächte und Tage lang gehts mir, meinem Rücken und meinem Rundumgefühl einfach super. Ich wusste gar nicht, wie man ein gutes Bett vermissen kann. Ich fühle mich absolut gerüstet für meine letzten Ziele Australien, Neuseeland und USA.

Ab und zu war ich auch in Kuala Lumpur selbst. Abgesehen vom Hotel eine der langweiligsten Städte bisher. Gut, es gibt die Petronas Towers. Gut, es gibt ein Chinatown. Ja, auch ein little India. Und oh, einen Fernsehturm. Ein paar Moscheen auch. Und wow, jede Menge riesige Kühlschränke mit Läden drin. Den höchsten Fahnenmast Malaysias!

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Fernsehturm mit Mond und Mini-Stern.
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Höchster Fahnenmast Malaysias!!!!
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Petronas und KLCC

Aber so insgesamt ist es hier doch recht langweilig. Shopping ist die grösste Attraktion hier. Und – was ich wirklich sehr beachtlich fand – die Mischung an Kulturen hier, und wie sie alle scheinbar sehr gut miteinander auskommen. Es gibt viele Muslime, viele Buddhisten, Hindus, Christen und alle anderen Glaubensrichtungen, die ich jetzt nicht googeln will. Dazu kommt noch, dass eigentlich alle ein ausgezeichnetes Englisch sprechen, sehr nett sind und einem nicht die ganze Zeit auf der Strasse unseriöse Angebote gemacht werden. Definitiv ein weiterer Wohlfühlfaktor.

Mehr als eine sehr bequeme Umsteigestation ist KL nicht für mich geworden. Trotzdem Danke!!

PS: Ein ausführlicher Bericht über das Hotel folgt.

2 Antworten auf „Fünf Sterne für Kuala Lumpur“

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