Planlos durch Bangkok

Was bisher geschah: In Bangkok angekommen. Von der Stadt absolut fasziniert. Walle kennengelernt, mich mit ihm zu einer planlosen Stadttour verabredet.
Wir starten mit unserer näheren Umgebung, schauen uns diverse Märkte an, haben die tolle Idee, uns in der Mittagssonne einen Park anzuschauen (selbst die Warane sind in den Schatten geflüchtet), finden auf der Suche nach Essen ein kleines Restaurant, versuchen dort Essen zu bestellen, irgendjemand organisiert jemanden, der unsere Bestellung auf englisch entgegennehmen kann, ich überwinde mich tatsächlich Huhn vom Knochen zu essen.

Per Boot zu den Touris und den Tempeln

Danach gehts per Touri-Boot zur Khao-San-Road. Die Stadtführung auf dem Wasser besteht allerdings nur aus gelegentlichen Hinweisen auf diverse 4- und 5-Sterne-Hotels am Ufer. Aber das ganze in so charmantem Thai-Englisch, dass es schon wieder nett ist.

Die Khao-San-Road entsprach ganz meinen Erwartungen: Jede Menge Tourinepp, komische Menschen, Massenindividualismus und jede Menge gefälschter Klamotten und Taschen. Einmal durchlaufen reicht im Leben.

Dann ab in den ersten Tempel und sich von einem netten Herrn (der erste von sicher zehn, der uns tatsächlich einfach helfen wollte, ohne uns danach eine Tuk-Tuk-Fahrt, einen Anzug oder seine Schwester verkaufen zu wollen) erklären lassen, dass Tuk-Tuks (diese 3-rädrigen kleinen Motorräder mit Ladefläche) mit einer gelben Fahne oben drauf einen für nur 20 Baht (etwa 50 Cent) von Tempel zu Buddha-Statue zu Tempel bringen. Also gehen wir los und suchen uns ein solches. Schon recht bald finden wir einen und – tatsächlich – er will nur 20 Baht am Ende der Fahrt verlangen. Wir steigen also ein und werden zuerst zum angeblich 45 Meter hohen Buddha gebracht. Danach wieder ins Tuktuk, unser Fahrer erklärt uns, dass er mal eben ins Tourismus-Office muss, um da seine Fahrt abstempeln zu lassen (ich vermute, er bekommt von denen Geld – Tourismus-Tuktuk-Mafia). Dort angekommen müssen wir natürlich ins Office und erstmal erzählen, was wir in Thailand noch so vorhaben und merken recht schnell, dass wir am schnellsten wieder rauskommen, wenn wir einfach behaupten, wir hätten unsere komplette Reise schon gebucht und bräuchten nichts mehr. Finden die wohl nicht so toll. Merken wir daran, dass unser Fahrer angerufen wird und nach dem nächsten Tempel (dem mit dem Happy Buddah) einfach verschwunden ist, obwohl wir ihn noch gar nicht bezahlt haben.

Nach einem Fotoshooting mit thailändischen Schulmädchen (es ging WIRKLICH nur um deren Referat über thailändische Nachspeisen!) gehts also zu Fuss weiter zum nächsten Tempel, der eigentlich ein Berg ist. Man muss 400 Stufen nach oben laufen und hat dann einen fantastischen Blick über Bangkok. Das für mich wirklich überraschende war, dass die Besucher in diesen Tempeln tatsächlich beten, obwohl das eigentlich alles teils überlaufene Touristen-Attraktionen mit jeder Menge KnipsKnips und BlitzBlitz sind.

Nach den ganzen Tempeln und Buddahs wirds langsam Zeit, zurück zum Fluss zu laufen und das letzte Expressboot zurück nach Silom zu nehmen. Ich kann jedem mindestens eine Fahrt mit diesen Booten nur empfehlen. Selten hab ich einen Kapitän härter mit seinem Boot umgehen sehen als da: Das Boot wird zum schnellen Anlegen einfach knallhart seitlich an den Anleger gerammt, dann muss schnell ein- oder ausgestiegen werden und weiter gehts. Dass dabei alte Frauen umkippen oder gegen die Bordwand knallen ist denen egal. Den Frauen allerdings auch. Aufstehen und weiterfahren.

Hungrig gehts weiter…und damit, wie ich „less spicy food“ vertrage und von Thais ausgelacht werde.

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