Singapur – Gucci und Kröten

Nachmittags lande ich von Hong Kong kommend in Singapur. Und dann rollen wir zum Gate. Und rollen. Und rollen. Dieser Flughafen muss riesig sein, denke ich mir. Irgendwann schaffen wirs dann tatsächlich und können aussteigen. Schnell durch die Immigration durch und die Ubahn suchen. Da es hier neben tausenden Verbotsschildern auch nette Schilder gibt, finde ich sie schnell und kaufe mir für 15 S$ ein wiederaufladbares Ticket für die Bahn. Gegenüber Hong Kong sei gesagt, dass die Karte hier nicht erstattet wird, wenn man sie nicht mehr braucht/will, sondern der Restbetrag futsch ist, was leicht passieren kann, weil man sie mit mindestens 10$ aufladen muss.

Irgendwann an meiner Station aussteigen und von der Hitze erschlagen werden. Mit 15Kg auf dem Rücken ein echtes Vergnügen, bei gefühlten 42 Grad noch ewig zum Hotel zu laufen. Die niedrigste jemals gemessene Temperatur in Singapur war 19 Grad!

Nach dem Einchecken und einer Dusche fahre ich nach Downtown. Ich will rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf dem Marina Bay Sands stehen. Dort zahle ich die 20 S$, um in den Skypark zu gelangen. Das ist eine recht grosse Terrasse oben auf dem Dach, allerdings ist das nur ein kleiner Teil. In die Bar, ins Restaurant oder in den Pool da oben darf ich mit diesem Billo-Ticket nicht. Trotzdem, der Ausblick ist sagenhaft! Und wie es das Wetter so will, regnet es auch noch ein paar Kilometer entfernt in den knallroten Sonnenuntergang rein! Ich bleibe bis die Sonne weg ist, fahre wieder runter, laufe einmal um die Bay, um mir die Lightshow, die jeden Abend um 20 Uhr startet anzusehen.

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Gardens @ The Bay
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Marina Bay Sands
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Ausblick von der Dachterrasse

Im Vergleich zu Hong Kong mag die Lightshow zwar intensiver sein, aber an die Skyline kommt das hier natürlich nicht ran.

Nachts merke ich dann, dass mein Hotel mitten im Rotlichtviertel steht. An der Rezeption stehen die alten Kerle mit ihren blutjungen Mädels Schlange und im Zimmer drehe ich den chinesischen Fernsehsender extra laut, um das Gekreische nicht ganz so laut hören zu müssen. Funktioniert!

Am nächsten Tag verschlafe ich. Meine Klimaanlage im Zimmer schafft es, mir so ruhig und angenehm eine laue europäische Sommernacht vorzutäuschen, dass ich erst um 10 aufstehe, die Fenster aufmache und den ersten Hitzeschock des Tages bekomme. Egal. Rein in die Puschen und ab nach Chinatown. Ich bin zu früh. Ausser den indischen Anzugschneidern will mir niemand irgendwas verkaufen. Dann schaue ich mir eben die Orchard Road an, wechsle zwischen tiefgekühlt werden (Malls) und gekocht werden (draussen), wundere mich darüber, wieviel Geld hier für Luxusmarken ausgegeben wird und gehe langsam wieder Richtung Downtown. Ich schau mir das legendäre Raffles-Hotel an, kühle mich in einer Mall wieder soweit runter dass die Nase schon allein aus Reflex läuft, und spaziere dann weiter zu den Marina Bay Gardens.

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Suchbild. Wie heisst dieses Hotel bloss?

Das ist ein Park, der recht neu angelegt wurde. Und so sieht er auch aus. Ich schätze in 5-10 Jahren dürfte das ganze sehenswerter sein als jetzt. Man merkt halt, dass die Pflanzen da noch recht jung sind und nix als Schabernack im Kopf haben. Auch weil mir schon wieder viel zu heiss ist, flüchte ich in die nächste Ubahn. Interessanterweise kam mir Singapur am Anfang vor wie ausgestorben. Bis ich in eine Mall kam: Hier sind sie alle! Keiner scheint freiwillig nach draussen zu gehen, ausser die paar komischen Touris.

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Künstliche Bäume

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Am Abend esse ich schon wieder Dim Sum, worüber ich hier auch schon geschrieben habe.

Meinen letzten halben Tag verbringe ich in der Ubahn. Auf dem Weg zum Chinese Garden und zurück. In der kurzen Zeit zwischen den Fahrten geniesse ich die Ruhe hier, spaziere rum, schau mir seltsame Schildkröten an (lohnenswert!!), komme auf die hirnrissige Idee, auf schwarzem Asphalt barfuss zu gehen und verbrenne mir dabei schön die Füsse (garantierte Schmerzen 2 Tage lang – aktueller Stand!).

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Bisher dachte ich, sowas wäre eine Erfindung von Hollywood!
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Konfuzius!

Zum Glück komme ich viel zu früh am Flughafen an, den ich mir genauer anschauen will. Ich habe ein bisschen drüber gelesen und will mir dieses Freizeitparadies selbst mal anschauen. Und tatsächlich, hier gibts alles:

  • Essen aus der ganzen Welt
  • Shops ohne Ende
  • einen Kakteengarten
  • einen Pool auf dem Dach
  • einen Schmetterlingsgarten
  • jede Menge Schlafmöglichkeiten
  • Schliessfächer, in die man sein Telefon zum Aufladen legen kann
  • Gratis Massagesessel
  • ein Kino
  • noch mehr Shops
  • noch mehr Gärten

Ich bin begeistert. So einen modernen und trotzdem angenehmen Flughafen habe ich noch nie erlebt und wünsche mir, dass ich irgendwann mal eine beschissene Transitstrecke über Singapur buchen muss, um noch mehr Zeit hier verbringen zu können.

Alles in allem war es nett in Singapur. Aber eben nur nett. Ich würde Hong Kong jederzeit vorziehen, auch, weil mich das Klima echt angestrengt hat.

Und hier gibts nochmal alle und mehr Bilder aus Singapur (anklicken zum gross anschauen):

3 Antworten auf „Singapur – Gucci und Kröten“

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