Ab nach Koh Phangan

Meine Anreise nach Koh Phangan: Um 5 Uhr morgens steht mein Taxi vor dem Hotel. Ich bin eigentlich noch im Tiefschlaf und der Taxifahrer will eine Unterhaltung führen, die ich nicht mal im hellwachen zustand hätte führen können. Er hört einfach nicht auf, mich vollzuquatschen und ich bin mir noch nicht mal sicher, ob er überhaupt versucht Englisch zu sprechen. Irgendwann ignoriere ich ihn nur noch. Er dreht dafür das Radio auf. Thai-Pop in sehr laut. Immerhin zockt er mich nicht ab und ich zahle weniger als die Hälfte als auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt.

Am Flughafen dann das Übliche Eingechecke, Durchgeleuchte, ewiges Rumwarten und dann Losgefliege. Der Flug: unspektakulär. Das einzig erwähnenswerte sind die noch betrunkenen Engländer neben mir.

Kaum in Koh Samui fällt mir auf, dass die Menschen hier nicht so freundlich wie in Bangkok sind. Erst denke ich, das ist sicher nur eine Ausnahme, die Tante am Ticketschalter für die Boote auf die umliegenden Inseln hat sicher Stress, was weiss ich…aber die nächsten Tage wird der Eindruck bestätigt.

Ich will also gleich weiter nach Koh Phangan. Es soll sogar eine Fähre direkt an meinen Strand, der per Auto wohl recht schwer erreichbar ist gehen. Pech gehabt: An diesem Tag fährt die Fähre nicht, weil zu hoher Wellengang herrscht. Der Minibus-Fahrer nimmt mich gegen einen saftigen Aufschlag auf den Fahrpreis mit zum Pier, von dem die Fähre in Richtung Thongsala geht. Erst heisst es auch hier, es fährt heute nix mehr wegen den Wellen. Das perfide ist: Man steht dabei am Strand und das, was hohe Wellen sein sollen, sind ca. 10 cm hohe Wellchen. Irgendwann wird dann entschieden, dass in 3h doch gefahren wird, allerdings wäre die Fähre voll und ich dürfe nicht mit. Bis sich dann rausstellt, dass die Fähre gestern voll war und für heute noch keine Tickets verkauft worden sind. Ich darf dann also doch meine 300 Baht ausgeben und bekomme vom 50-jährigen Ladyboy (in offizieller Unifom) einen Aufkleber auf die Brust geklebt, der mich als Koh-Phangan-Fahrgast identifiziert. Nach 3h gehts also los. Das Gepäck wird einfach vorn auf die Fähre geschmissen, und kaum abgelegt fangen die ersten an, in die verteilten Tüten zu brechen. Wieso, ist mir allerdings ein echtes Rätsel.

In Thongsala angekommen gehts für mich erstmal auf die Suche nach einem Taxi. Keiner will mich an meinen Strand fahren, weil zu weit weg, da will doch keiner hin, da ist es zu ruhig, es hat geregnet und die Strasse ist unpassierbar…..nur ein Moped-Taxifahrer bedrängt mich dauernd, mit ihm zu fahren. Ich habe im Vorfeld schon ein paar Berichte über die Strasse gelesen und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, da mit meinen zwei Rucksäcken auf einem Roller hintendrauf mitzufahren. Nach 20 min stehen allerdings nur noch der Rollermann, meine Verzweiflung und ich am Pier. Helm hat er natürlich keinen. Egal, wir machen das jetzt. Wir beide handeln ihn von auf 400 Baht runter, während mir sein Kollege mit dem halb-verbundenen Gesicht (am Arm hat er auch Wunden, also wohl gestürzt) versichert, ich würde mit dem besten Mopedfahrer der ganzen Insel fahren, was mich natürlich extrem beruhigt (besonders, dass ich nicht mit dem Schwerverletzten fahren muss). Erst gehts durch die Stadt. Easy. Dann gehts in die Berge. Nicht mehr so easy. Und dann verwandelt sich die asphaltierte Strasse schlagartig in eine mit Schlaglöchern und Rillen übersäte Dirtroad. Und damits noch mehr Spass macht: Es hat geregnet und ist schlammig. Ca. 20 KM lang geht der Spass hoch und runter, bis ich dann plötzlich an einem wunderschönen Strand stehe. Hier wollte ich hin! Nach Thong Nai Pan Yai.

Ein Bungalow (Central Resort – ich rate vollstens ab) ist schnell gefunden, ich erschrecke jedoch beim ersten Besichtigen schon etwas. Die Hütte steht auf Stelzen und die Bodendielen haben alle einen ca 1cm-Abstand zueinander. Für die Luftzirkulation sicher toll, aber da kommt doch jedes Krabbeltier durch…Und die hab ich hier dann auch schon bald. Ich lerne aber durch Zufall, dass Kakerlaken offene Flaschen mit Getränkeresten super sexy finden, da reinkrabbeln und ertrinken. Top! Die Geckos machen nix, die dürfen bleiben. Allerdings habe ich da noch einen anderen Zaungast: Die Fledermaus, die sich jeden Abend unters Dach meiner Terrasse hängt, Früchte isst, mich dabei komisch anschaut und ganz offensichtlich den Durchfall ihres Lebens hat, der laut hörbar auf einen der Stühle kracht. Und so wie der Stuhl (der zum drauf sitzen) aussieht, macht sie das schon wochenlang. Ich gewöhne ihr das ab, indem ich das Licht draussen anlasse nachts.

Der Strand ist wunderschön. Fast weisser Sand, fast klares badewannenwarmes Wasser, wenig los, im Hinterland mit Dschungel bewachsene Berge, jede Menge Restaurants und Bars, die allerdings fast alle leer sind und jede Menge Päärchen mit Kindern, was mir noch irgendwann ziemlich auf die Nerven gehen wird…

PS: Nach wie vor leider zu wenige Bilder. Ich bin aber inzwischen wieder in Bangkok, wo ich am Montag tatsächlich die Kamera ausgetauscht bekomme.

3 Antworten auf „Ab nach Koh Phangan“

  1. Haha! Thanks, you made my day!
    Ich bin gespannt wie es weiter geht! Das mit der Kamera hab ich verpasst, werde dich in meinen Reader schieben, dann passiert das hoffentlich nicht mehr…
    Liebe Gruesse
    Heike

  2. Ach wie schön an dem Strand war ich auch schon mal, wir sind auch immer mit dem Moped dahin gebrettert – nach dem zweiten mal halb so schlimm, man gewöhnt sich an alles. Zuhause lass ich die Vespa schon bei Regen stehen und in Thailand heize ich ohne Helm um die Schlaglöcher rum. Strange world. Freu mich schon auf deinen nächsten Post! :)

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