Ubud – ein Traum aus Langeweile

Mit dem Bus kommt man ganz schnell und easy von Kuta nach Ubud. Der Verkehr dahin ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber is ja schnell vorbei. In Ubud angekommen, werde ich gleich beim Aussteigen gefragt, ob ich eine Unterkunft suche. Ja! Preis ok, alle Rucksäcke und ich aufs Moped und in einem tollen Homestay ankommen.
Ein riesen Zimmer, ich der einzige Gast, und jede Menge Geckos. Gutes Zeichen.

Ubud war dann auch ganz nett. Nach Kuta überraschend ruhig, unspektakulär und erholend. Gutes Essen gabs, die Menschen sind im Gegensatz zu Kuta sehr freundlich, zuvorkommend usw.

Ohne jetzt regelmässig den Religionskalender gecheckt zu haben (was ich sonst natürlich immer mache), bin ich zufällig rechtzeitig zum höchsten hinduistischen Fest dort, dem Galungan. Da wird der Sieg des guten Gottes über den bösen Gott gefeiert, die Strassen werden schön dekoriert und alle Gläubigen laufen in ihrer traditionellen Tracht herum. Ab und zu hört man, wie ein Schwein in der Nachbarschaft geopfert wird, aber ansonsten kriegt man von der eigentlichen Zeremonie wenig mit, da diese in den kleinen Tempeln abgehalten wird, in die man als Tourist dann nicht gehen sollte. Da ich sowieso genug habe von Tempeln, kommt mir das gerade recht.

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Opfergaben auf dem Weg in den Tempel
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Strasse geschmückt mit Pejor

Ich schaue mir den Monkey-Forest an. Wunderschöne alte riesige Bäume stehen da, es ist so schwül, dass alles sofort nur noch an einem klebt, auch die Affen, die da zuhauf rumrennen und jeden Menschen erstmal nach etwas Essbarem durchsuchen.

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Affen links, Tier rechts

Einen Tag fahre ich mit dem Roller zum Vulkan Batur, komme da ein bisschen in den Zeremonie-Stau, da an diesem Vulkan auch der Mother-Temple der Balinesen steht. Umso besser! Zudem ich in der Höhe dort sowieso nicht gern schneller fahre, da es arschkalt da oben ist.

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Mount Batur

Danach schaue ich mir noch wunderschöne Reisterrassen an, trinke den berühmten Kopi Luwak -Kaffee, der erstmal durch den Darm einer Wildkatze wandern muss, bevor man ihn trinkt. Finde ich allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Vielleicht bin ich einfach Espresso-versaut. Wieder wach, will ich zum Strand. Und was finde ich beim blind durch die Gegend fahren? Einen komplett schwarzen Strand. Mit Brandung. Meine Augen flippen fast aus! Toll! Die Rückfahrt mache ich wieder völlig ohne Karte oder GPS, Strassenschilder gibts auch kaum. Aber so seh ich wenigstens ne Menge. Happy. Der Tag war toll. Abends gehe ich noch mit Kate essen, die ich in Laos kennengelernt habe. Zufällig auf Facebook gelesen, dass sie auch in Bali ist. So klein ist Südostasien ;-)

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ReisReisReis

Alles in Allem war Ubud für mich herrlich langweilig. Ich weiss, dass man in Ubud auch Freizeitstress haben kann, wie ich aus einer Unterhaltung im Café zwischen zwei Australierinnen im besten Alter raushören konnte, die offensichtlich gerade vom Yoga kamen, gleich zur Massage gehen, dann Organic Lunch haben, danach einen Kurs über Meditationstechniken haben, spätnachmittags zum indonesischen Kochkurs gehen und dann vielleicht noch Nachtnackttöpfern. Wer weiss….

Bali ist wunderschön. Toll grün. Reich an Natur. Sehenswert! Und die Menschen unfassbar freundlich. Das Lächeln, das einem die Thais in den Touristenprospekten verkaufen, das bekommt man hier tatsächlich: auf indonesisch, ehrlich und ganz breit!

Ich fühle mich so pudelwohl hier, dass ich weg muss. Weiter. Insel-Sehnsucht. Ich buche eine Schnellboot-Fahrt auf die Gili-Islands, drei winzige Sandbänke vor Lombok, die jeweils in der Mitte bewachsen sind und sich deshalb Inseln nennen dürfen.

2 Antworten auf „Ubud – ein Traum aus Langeweile“

  1. Lieber Matthias,
    Weil wir beiden Alten niemals so eine Reise machen können, aber immer an Reiseberichten interessiert sind warten wir immer gespannt auf Deine Berichte. Die herrlichen Texte und die schönen Bilder, das findet man in keinem Reiseführer ¨!

    Liebe Grüsse aus Südfrankreich

    Elisabeth und Ernst

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