Känguruhs jagen und Canberra

Wenn der 70-jährige Busfahrer im Greyhound-Bus mit Free Wifi schon sagt, man solle doch bitte das Maximum aus der Leitung holen, weil man in Australien sonst nirgends so billig Internet bekommt, da mach ich doch gern mit und fülle meine Spotify-Playlisten auf. Ansonsten war die Fahrt von Sydney nach Canberra nämlich ziemlich langweilig. Farmland. Wohin man sieht. Flach, Feld, Bäumchen, tote Känguruhs am Fahrbahnrand, Autos. Mehr gibts nicht zu sehen.

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Faaaaaaaa*gähn*rmland

Canberra empfängt mich verdammt kalt und windig. Hier treffe ich Stephen, den ich in Laos kennengelernt habe. Die Hauptstadt Australiens ist künstlich angelegt worden und wirkt auch genau so. Viel zu sehen gibts nicht, wir besuchen das War Memorial, in der aufwändig und sehenswert an jeden Krieg gedacht wird, an dem auch nur ein einziger Australier teilgenommen hat.

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War Memorial Gedenkwand
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War Memorial Gedenkshow

Und weil Canberra nicht viel bietet, fahren wir dahin, wo noch weniger los ist: In die Provinz. Genauer gesagt nach Cowra, der selbsternannten „World Capital of Friendship“ und Heimat seiner Schwester, die mit einem Farmer verheiratet ist. Da kann man auf den Stadthügel steigen, die „World-Peace“-Glocke schlagen und Lamm essen.

Nachts fährt die Farmerjugend dann auf ihre Felder, um Wallabys und Känguruhs zu jagen, die hier nicht eines von Australiens Nationalsymbolen sind, sondern eine Plage, die die Saat wegfrisst. Und auf so eine Jagd werde ich mitgenommen. Komisches Gefühl, nachts auf der Ladefläche eines völlig kaputten Pickup zu stehen, mit einem Suchscheinwerfer nach Tieren zu suchen und zuzusehen, wie sie erschossen werden. Komisch und doch ziemlich extrem das, wonach der nach Integration gierende Touri sucht.

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Weder überfahrenes noch erschossenes Känguruh

Abgesehen davon gibt es dann noch Pavlova, ein fantastisch kalorienreiches Dessert aus gezuckertem gebackenem Eiweissschaum, gezuckerter Schlagsahne, in Zucker eingelegten Erdbeeren und Himbeeren. Unglaublich gutes Zeug!

Zum Abschluss meiner 3 Tage hier koche ich den Aussies noch Wiener Schnitzel mit süddeutschem Kartoffelsalat und verschwinde in Richtung Melbourne…

3 Antworten auf „Känguruhs jagen und Canberra“

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