In Neuseeland im Auto Schlafen

Wer den Blog verfolgt weiss ja schon, dass ich 2 Wochen lang in einem Kombi über die Südinsel Neuseelands gefahren und auch darin geschlafen habe. Nun ist es ja nicht so, dass das hier alle machen. Die meisten haben ein Wohnmobil mit allem Pipapo. Man wird also recht häufig schräg und ungläubig angesehen. Fragen, ob mir das nicht zu kalt sei, ob ich da drin überhaupt schlafen könne usw habe ich täglich gehört.

Ich will hier ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie das Ganze für mich funktioniert hat.

Vorteile des Roadtrips im Kombi

  • Finanziell ist man gegenüber den Wohnmobilisten absolut im Vorteil: Die Miete eines Kombis beläuft sich um die 30-40$/Tag, während man für ein Wohnmobil mindestens das Doppelte ausgeben kann. Dazu kommen noch die Spritkosten und damit ist der Kombi der definitive Sieger dieses Vergleichs.
  • Die Beweglichkeit: Ich hatte sicher mehr Spass auf den Kurvenstrecken als die Fahrer eines so grossen Wohnklotzes. Ebenso ist man mit einem Kombi einfach schneller unterwegs.
  • Ich bin mit meinem Kombi einige Male auf Strassen unterwegs gewesen, da wäre ein Wohnmobil sicher nach 20 Metern mit Achsbruch irgendwo in der Pampa gestorben.

Nachteile des Roadtrips im Kombi

Neben den Vorteilen gibt es natürlich auch Nachteile, die ich nicht verschweigen will. Man hat viel weniger Platz, ist immer auf einen Campingplatz angewiesen, wenn man sich ans Gesetz halten will und: Man muss sich das Ding erstmal einrichten.

Was brauche ich, um im Kombi leben zu können?

Ein paar Tipps, wie man sich den Kombi für den Roadtrip einrichten kann:

  • Sollte Dein Kombi keinen Sichtschutz haben, kauf Dir Sonnenschutz-Pappen mit Saugnäpfen im Asialaden. Ich bilde mir ein, dass sie nachts sogar für ein wenig Isolation gesorgt haben
  • Besorge Dir eine billige Schaumstoff-Matratze. Ein bisschen Komfort darf sein!
  • Dein Schlafsack sollte gut sein!
  • Da Du in Neuseeland wahrscheinlich ein Auto aus den 80ern/90ern mietest: Smartphone oder Ipod, gute Musik und einen Kassettenrekorder-Adapter. Glaube mir: Radio willst Du in Neuseeland nicht hören!
  • Besorg Dir eine SIM für dein Smartphone. Möglichst von Telecom NZ oder Skinny. Die haben das beste Netz (was hier allerdings auch nicht immer heisst, man hat welches). Google Maps ist gerade zum Finden von netten kleinen Strassen absolut der Hit!
  • Auch wenn sie den Untergang der Welt beschleunigen: Plastiktüten! Die kannst Du für fast alles verwenden. Für nasse Schuhe, Müll, als Ess-Unterlage, …
  • Ein Gaskocher ist ganz gut für Campingplätze ohne Küche. Achte darauf, einen mit Windschutz zu kaufen. Ich hatte einen ohne und mich entsprechend geärgert.
  • Küchenpapier! Ganz wichtig! Morgens, um die Scheiben von innen zu trocknen, bei Regen, um alles Mögliche zu trocknen, zum „Trocken Abspülen“, usw.
  • Kleinigkeiten wie Geschirr, Besteck, Taschenlampe sind selbstverständlich
  • Bier! Mit nichts kann man sich auf Campingplätzen mehr Freunde machen
Im Auto schlafen
Innen
Im Auto schlafen
Aussen

Mit dem Kombi im Regen

Was macht man bei Regen? Da gibt es ehrlich gesagt nicht viele Alternativen. Entweder man liegt im Auto und liest/schläft/weint/starrt frustriert nach draussen, oder man fährt gerade einfach, oder: Such Dir einen Campingplatz mit Küche. Immer das Einfachste und Du lernst in den meisten Fällen nette Menschen kennen.

Mit dem Kombi in der Kälte

Sollte Dir beim Einschlafen zu kalt sein, wirf das Auto inkl. Klimaanlage an und heize damit ein bisschen ein. Bevor Du die Augen zu machst aber bitte den Zündschlüssel wieder ziehen! Natürlich kühlt das Auto wieder aus. Aber dann schläfst Du ja schon. Es ist übrigens nicht notwendig, ein Fenster einen Spalt offen zu lassen, um Sauerstoff reinzulassen. Ich habe es selbst immer wieder vergessen und lebe noch.

Mit dem Kombi auf dem Campingplatz

Such Dir auf dem Campingplatz einen Platz aus, der möglichst eben ist. Niemand will im Schlaf dauernd ans Fenster rollen. Achte ausserdem drauf, im Windschutz zu parken. Gerade im Herbst macht das die Nacht ein wenig angenehmer, wenn es windet.

Sollte es nass sein: Parke so, dass Du nicht unbedingt in Gras-Sumpf trittst, wenn Du aus dem Auto steigst. Ich hab mir damit ein paar Mal den Morgen (und die Schuhe) versaut.

Sollte der Campingplatzbetreiber Dir einen Stellplatz inklusive Strom anbieten, verhandle, wenn Du sowieso kein passendes Stromkabel dabei hast. Meistens kriegt man noch ein paar Dollar Rabatt.

Strom

Solltest Du Strom benötigen, besorg Dir entweder ein Zigarettenanzünder-USB-Ladegerät, oder einen Stominverter, falls Du eine Steckdose haben willst. Gibts beides für einen vernünftigen Preis im Warehouse. Solltest Du auf dem Campingplatz Strom brauchen, besorg Dir einen Adapter für die Campingplatz-Stromanschlüsse. Ich selbst habe leider keinen gefunden. Aber es gibt sie!

Hier gibts Tipps, wie Du Dir ein Auto günstig in Neuseeland mieten kannst.

Abschliessend bleibt mir nur zu sagen, dass ich diesen Trip absolut genossen habe, selbst davon überrascht war, wie bequem es sich in einem Kombi reisen lässt und würde es jederzeit wieder machen. Falls Du schonmal im Kombi gereist bist und einen Tipp hast, den ich noch nicht habe: Her damit! In den Kommentaren!

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11 Antworten auf „In Neuseeland im Auto Schlafen“

  1. Krass. Sollte ich das jemals in Betracht ziehen, ich erinnere mich an deinen Post.
    Was ich mich frage? Wie hast du denn das mit der Rückbank gemacht? ^^ Einfach draufgelegt? Ausgebaut? Ignoriert? :D

  2. bin mal in nem ford galaxy (mit matraze statt dritter sitzreihe) eine woche durch die kanadischen rocky mountains… das war toll! ich erinner mich nicht mehr an die details, das war ’94. aber es muss genauso gewesen sein. kannste auch ali fragen, der war dabei! ;)

  3. Bist Du denn tatsächlich auch immer auf einen Campingplatz gefahren oder hast Du Dich auch manchmal mit schlechtem Gewissen irgendwo hingestellt?
    Und wie bist Du die Matratze wieder losgeworden?

  4. Hab in NZ 3 Monate in nem Kombi übernachtet. Zu 2.
    Geht alles wunderbar. Selbst ohne Campingplatz und selbst in der Stadt.. Duschen kann man auch in Hallenbädern, Hostels, etc…

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