Roadtrip über die Südinsel Neuseelands – Tag 12 – Christchurch nach Kaikoura

Im Februar 2011 hat ein Erdbeben der Stärke 6,3 Christchurch erschüttert und Teile der Stadt zerstört. Im Mai 2013 überkommt mich immer noch ein sehr beklommenes Gefühl, als ich durch die Strassen im Stadtzentrum laufe. Viel ist abgesperrt, wo früher Häuser waren sind heute riesige Parkplätze. Einige Ruinen stehen noch, werden aber wohl bald abgerissen. Ich komme mir etwas fehl am Platze vor, auch wenn die Katastrophe mehr als 2 Jahre zurückliegt. Bis auf Baulärm (eher Abrisslärm) ist kaum was zu hören. Es sind kaum Menschen unterwegs. Auch als ich gegen 10 Uhr an der provisorisch neu gebauten Shopping-Mall aus Containern vorbeikomme, sind kaum Leute zu sehen.

Christchurch
Die Kathedrale von Christchurch
Christchurch
Überall solche Schilder
Christchurch
Eben abgerissen

Auf der einen Seite ist mir das sehr recht, weil ich immer noch keine grossartige Lust auf Städte habe, andererseits komme ich mir vor wie in einer Geisterstadt. Wie mag es sich wohl angefühlt haben, als hier die Erde gebebt hat, als Häuser einstürzten? Beklemmend. Alles. Sehr.

Christchurch
Perverser Anblick.
Die neue Mall aus Containern
Die neue Mall aus Containern

Ich bin ehrlich gesagt recht froh, als ich den Weg durch die abgesperrten Strassen zurück zum Auto finde und meinen Weg nach Kaikoura antreten kann. Sozusagen als Erholung von der Dosis „Stadt“ nehme ich nicht den direkten Weg dorthin, sondern fahre die Strecke komplett über kleine herrliche hügelige und immer wieder kurvige Strassen. Herrliches Wetter, die Strasse wie so oft komplett für mich allein – und plötzlich der Pazifik! Robben! Stinkende kleine nette Robben! Und dann Kaikoura. Ein Provinznest, wie es im Buche steht. Aber eine Bucht! Und dahinter gleich fast zum Anfassen nah die Berge mit Schnee oben drauf. Und drüber eine Glockenwolke.

Christchurch
Kaikorura

Hinter mir am Strand die örtliche pubertierende Bevölkerung und das Panorama vor mir. Enger können Illusion und Wahrheit gar nicht nebeneinander liegen! Spätestens als die Jugendlichen dann von auf Fish&Chips spezialisierten Möwen angegriffen werden, sich mit lauten spitzen Schreien zu wehren versuchen und die untergehende Sonne ihren Blutzoll dazugibt – bin ich wieder am Strand und happy!

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