Kitelandboarding auf dem Tempelhofer Feld

Neulich bin ich zum ersten mal seit 12 Jahren wieder auf den Skiern gestanden. Auf Einladung von Visit Berlin durfte ich nach noch mehr Jahren endlich wieder etwas tun, was mit meinem damaligen Hobby, dem Windsurfen verwandt ist: Kitelandboarding! Was stand ich in Mexiko doch immer neidisch am Strand und habe die Kiter bewundert, wie sie in den Wellen rumheizen können. Ich konnte mir allerdings nie vorstellen, wie so ein Kite tatsächlich kontrolliert werden kann. Und für einen Kurs war das Wetter leider immer zu schlecht.

Schön für mich also, als die Einladung zur #BLNChallenge kam. Das Ziel war es, innerhalb von zwei Stunden selbständig den Kite in der Luft zu kontrollieren und gleichzeitig auf einem Mountainboard (ein etwas grösseres Skateboard mit fetten Reifen) durchs Gras zu rollern. Kitelandboarding trifft Pommes!

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Theorie!

Ich treffe also Tim von der Berliner Kiteschule auf dem Tempelhofer Feld. Er freut sich tierisch über den starken Wind, während ich so tue, als würde ich mich auch freuen, habe allerdings etwas Bammel. Der vergeht mir allerdings während des Theorie-Teils: Ich werde ungeduldig, will endlich den Kite in die Hände kriegen. Zugegeben, der Theorie-Teil ist gar nicht so lange, aber ich mochte das noch nie. Ich muss Dinge ausprobieren. Tim hat also nach den wichtigsten Verkehrsregeln ein Erbarmen mit mir und schnallt mir die Sicherheitsausrüstung an. Ich sehe aus wie ein Michelin-Männchen mit Windel und Helm. Sehr schick. Und als mir beim ersten Halten des Kites eine Böe in denselben pfeift und ich fast auf den Boden knalle, verstehe ich auch endlich, wieso Knieschützer ne ganz gute Idee am Anfang sind.

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Wir üben das Laufen mit dem Kite. Hin- und Her, immer den Schirm am Himmel halten und dabei laufen, sich vom Kite zur Seite ziehen lassen, den Kite auf den Boden fallen lassen, ihn wieder starten… So lange, bis ich wieder ungeduldig werde und bettele, doch endlich mit dem Board fahren zu dürfen. Auch wenn Tim sicherlich genervt von mir war, hat er brav durchgehalten und sich nichts anmerken lassen. Bis auf die Extrarunde, die ich gehen musste. War wohl die gerechte Rache, bevor er mich endlich mit Board UND Kite hat spielen lassen. Und ich sage Euch: Die ersten paar Meter, die man eigenständig rollt – nur durch Halten des Schirmes in der richtigen Position, Durchdrücken der Beine, Anwinkeln der Füsse und Absuchen der Wiese nach möglichen Sonnenanbetern, über die man nicht fahren sollte – diese paar Meter, die sind der Wahnsinn. Ein herrliches Gefühl, sich nur durch den Wind angetrieben zu bewegen. Und wenn man dann auch noch so ungalant wie ich einfach nach vorne fällt, weil man sich gerade wie der King von Tempelhof fühlt, dann fühlt man sich bis kurz vor dem Aufprall wie der King vom Flugplatz!

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Wenn man sich an Sonnenbrand (lässt sich vermeiden) und Muskelkater (is gesund) gewöhnen kann, dann ist das eine ganz tolle Sache. Ich werde auf jeden Fall noch einen Kurs bei Tim besuchen und mein „Basiskönnen“ vertiefen. Vielleicht steht dann ja auch bald ein Kite und ein Board auf der Wunschliste. Und vielleicht will ich das Ganze ja auch im Wasser lernen. Und dann, ja dann kann ich eigentlich auch gleich wieder um die Welt reisen. Nur diesmal mit ein wenig mehr Gepäck…

2 Antworten auf „Kitelandboarding auf dem Tempelhofer Feld“

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